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Ja, wir sind eine High Tech-Firma!

Wir bekamen die Schaukel zu unserer Einweihungsfeier geschenkt, nachdem wir in unsere Büroräume eingezogen waren. Auf der Unterseite der Schaukel steht als Datum der 24. Februar 1995.

Damals waren wir fünf Leute, die sich auf 170 Quadratmeter verteilten. 1997 zählten wir acht Personen auf 300 Quadratmetern und im Jahr 1999 wuchsen wir auf 12 Leute an. Mittlerweile zählen wir 15 Mitarbeiter. Unsere Büroräume werden um zwei separate Serverräume von insgesamt 200 Quadratmetern ergänzt. Wir denken, dass wir damit eine Weile hinkommen.

An unsere Schaukel ist der Empfangsbereich angeschlossen - es ist durchaus nicht so, dass wir die Schaukel im Schrank verstecken!

Das würde auch keinen Sinn machen, weil wir 1a Schaukel-Bedingungen haben: der Raum ist 3,50 Meter hoch. Früher wurden in diesen Räumen Klaviere montiert, vor dem 2. Weltkrieg war hier eine Brauerei untergebracht.

Wenn die Decken Bomben ausgehalten haben, werden sie auch unsere Schaukel überleben.

Die Klavierfabrik existiert immer noch, ist aber in ein modernes Fabrikgebäude umgezogen. Die Firma Schimmel fungierte als unser Vermieter und ist seitdem unser Kunde von Internet-Diensten. Mittlerweile werden die Räumlichkeiten von der Schimmelhof GmbH vermietet.

Hier sehen Sie die Raumwirkung der Schaukel. Die Schaukel hat eine überaus praktische Bedeutung in der täglichen Büroorganisation, denn dort wird unser Postausgang quasi unübersehbar deponiert.

Links schließt sich unser Küchenbereich an, den wir uns gleich genauer ansehen werden.

Auch hier fällt der Blick sogleich auf ein weiteres Ausstattungsmerkmal: die Glocke, ein Weihnachtsgeschenk 2002. Sie ist nicht von Schiller, sondern von den Mitarbeitern. Sie läutet keine Lokalrunde ein, sondern verkündet die Erteilung eines neuen Auftrages.

Nun aber zum sozialen Mittelpunkt der Firma ...

Etwa ein Dutzend Kaffeemaschinen hauchten ihr Leben nach hartem und zu anstrengendem Einsatz bei uns aus, bevor wir dieses belastbare Goldstück fanden: Melitta 171M.

Die haut rein. Andere Läden reden von den Megahertz der CPU und RAID Gigabytes. Wir sagen nur: 2 Liter in 5 Minuten. Anders ausgedrückt: sie kann es mit uns aufnehmen.

Ein Blick auf den nahrhaften Teil des Küchenbereichs. Für den microprozessorgesteuerten Toaster braucht man zwar fast eine Pilotenlizenz, aber er hat einen fantastisch sanft hochfahrenden Auswurf. Leider fehlt ihm noch eine IP-Adresse.

Die Arbeitsplätze sind mit hinreichend Spielwaren aller Art ausgestattet. Für den Fall, dass unerwartet Langeweile aufkommen sollte.

(Was bisher noch nicht passiert ist ...)

Darüberhinaus versuchen wir, die Arbeitsplätze hinter Pflanzen zu verstecken. Wir sind dem Namen "Gärtner" schließlich etwas schuldig.

Kommen wir nun zu den technischen Details, einem Dschungel anderer Art, den wir berufsbedingt bändigen.

Typische Kabelkänale - angefüllt mit Cat7, Ethernet-, und Glasfaser-Kabeln. Sie wachsen und wuchern überall. Natürlich auch im technischen Herz - ...

... Alcatraz. Die vergitterten Fenster und die zahlreichen Sicherungseinrichtungen standen Pate für den Kosenamen.

Bei großen Housing-Anbietern steht alles 19''-korrekt in Reihe und Glied. Wir nehmen es mit (fast) allem auf: zur Freude unserer Kunden bieten wir auch schlichten PCs einen Unterschlupf. Das fordert einen Tribut in der Struktur der Kabelführung. Aber seien Sie unbesorgt: die Kleinen haben es gut bei uns!

Der Raum ist weniger für menschliche Bedürfnisse eingerichtet, sondern auf die Bedürfnisse der kleinen Rechenknechte abgestimmt: Keine Pflanzen, keine Stofftiere keine Schaukel. Eine Klimaanlage sorgt für coole 21 Grad und einige USV versorgen die lieben Kleinen in den 19''-Schränken und Regalen mit Strom.

Der Großteil der Server gehört unseren Kunden, die von der direkten Anbindung profitieren wollen und ihre Rechner vertrauensvoll in unsere pflegenden Hände geben.

Die Kühlung ist ebenso wichtig für einen Serverraum wie die unterbrechungsfreie Stromversorgung. Leider benötigt eine herkömmliche Klimaanlage Unmengen an Energie.

So kamen wir auf die großartige Idee der Außenluftkühlung. Die Anlage zieht gefilterte Außenluft an und bläst sie in den Serverraum. Dabei verbraucht sie bei höchster Leistung gerade mal ein Sechstel der Energie der Klimaanlage.

Hier ein historisches Gruppenbild (man beachte die Bildauflösung):

Die Pizzaschachtel unter der Tastatur im Regalboden oben links ist ohura.gaertner.de, unser allererster Rechner aus dem Jahr 1992. Die Analen der Vierma berichten, dass Stefan Gärtner bei dem Hostnamen an Leutnant Uhura von dem Raumschiff, das in unbekannte Welten vorstößt, dachte.

Dummerweise vertippte er sich und legte damit den Grundstein für unsere Reihe falschgeschriebener Hostnamen. Als da wären: spog, koerg, checkoff, janize, skotti, suhlu. Die meisten dieser Rechner sind mittlerweile in den Rechnerhimmel gegangen, aber noch immer legen wir Wert auf die Namensgebung ...

... und zwar nicht nur, was unsere Rechenknechte betrifft. Alcatraz gelangte irgendwann an seine Grenzen. Vor allem die Stromversorgung hätte über kurz oder lang keine Aufnahme neuer Server mehr zugelassen. Zudem war die Kühlung zwar innovativ (und effektiv), nach ein paar Jahren aber auch nicht mehr das Maß aller Dinge.

Wir hatten das Glück in direkter Nachbarschaft weitere Räumlichkeiten mieten zu können, die wir komplett nach unseren Vorstellungen zu einem neuen Rechenzentrum umbauten. Das neue RZ nannten wir in Anlehnung an das alte RZ Neucatraz.

Im Herbst 2011 ging Neucatraz an den Start. Auch hier setzen wir wieder auf die bewährte freie Kühlung. Allerdings arbeitet Neucatraz ungleich effizienter als sein älterer Bruder.

Auf dem Bild erhaschen Sie einen kleinen Blick durch das Bullauge in den sogenannten Kaltgang des Rechenzentrums. In diesen wird bei der Kaltgangeinhausung kalte Luft zugeführt.

Wo ein Kaltgang ist, muss auch ein Warmgang sein.

Hier sehen Sie die Rückseite der Rechner ... unschwer zu erkennen an der (scheinbar) wirren Kabelage. Aber keine Angst, die Perspektive macht das Chaos. Die Kabel stecken alle beschriftet und nummeriert dort, wo sie sein sollen.

Die Temperatur im Warmgang liegt übrigens etwa 11 bis 12 Grad über der des Kaltganges ... nur, um sich mal bewusst zu machen, wieviel Energie die Server so umsetzen.

Apropos Energie ...

... ohne Strom geht natürlich gar nix. Und weil Rechner kleine Sensibelchen sind, die auch allerkürzeste Stromausfälle, Spannungsveränderungen etc. gar nicht mögen, sorgt die "Unterbrechungsfreie Stromversorgung", kurz USV, für gleichbleibend einfließenden Ökostrom.

Hier sind die nötigen Batterieblöcke zu sehen. Damit können wir das Rechenzentrum im Falle eines Stromausfalls etwa eine dreiviertel Stunde betreiben.

Und auch in Neucatraz muss natürlich gekühlt werden, damit sich die Rechenknechte wohl fühlen.

Hier sehen Sie den Verdichter oder Kompressor zur Verdichtung des Kältemittels. Sie kennen das möglicherweise von Ihrem Auto. Nur das dieser hier ein klein wenig größer ist. Er muss ja auch einer etwas größere Klimaanlage zur Seite stehen ...

Wie schon in Alcatraz, so haben wir auch hier ganz viel Gehirnschmalz in die Entwicklung der Klimanlage gesteckt und gemeinsam mit einem Klimatechniker dieses Maschinchen zur Kühlung gebaut ... naja, bauen lassen.

Herausgekommen ist ein wahres Prachtstück energiesparender RZ-Kühlung. Gut, Sie sehen schon, wir sind da wirklich stolz drauf.

Jaja ... so ein Rechenzentrum ist kompliziert und benötigt eine Menge Netze und doppelte Böden. Neben Klimatisierung und USV ist der Dieselgenerator eine weitere Absicherung für den reibungslosen Betrieb Ihrer und unserer Maschinen. Die USV ist schließlich als Lastausgleich und Übergangslösung zur Stromversorgung gedacht.

Nur ein paar Sekunden nach Stromausfall beginnt der Generator seinen ohrenbetäubenden Dienst. Seine Leistung liegt bei etwa 100 Kilowatt. Damit wird er uns noch einige Jahre zur Seite stehen.